JKC Lichtmeß 2021

JKC Lichtmeß in Jüchsen 2021, was ist der aktuelle Stand und wie geht es weiter

Trotz Corona-Krise, Grabfelder Karnevalisten geben die Hoffnung nicht auf

Entscheidung erst kurz vor knapp

Die Grabfelder Karnevalisten geben die Hoffnung nicht auf, Veranstaltungen durchzuführen - Absagen einkalkuliert. Einige Vereine aber haben sich bereits festgelegt - verständlich angesichts der Situation.



Grabfeld-Jüchsen - Die Präsidenten der Karnevalsvereine im Grabfeld kamen jüngst in Jüchsen zusammen - eigentlich, um anstehende Termine der nächsten Session auszutauschen, mögliche Jubiläen zu planen und Neuigkeiten zu besprechen. Doch diesmal ging es um viel mehr: Um die große Frage, ob in der momentanen Situation, mit auferlegten Infektionsschutzkonzepten und Hygienemaßnahmen sowie Abstandsregeln, überhaupt ein Karneval mit Büttenabenden, Kostümbällen und Umzügen stattfinden kann und wenn ja, wie dies umgesetzt werden könnte.

Während beispielsweise in der Südthüringer Narren-Hochburg Wasungen oder in der Landeshauptstadt Erfurt bereits alle großen Karnevalsveranstaltungen der kommenden Saison abgesagt wurden, tun sich die Karnevalisten im Grabfeld mit einer endgültigen Aussage größtenteils schwer. Dies wurde zur Tagung deutlich. Aktuell steigende Infektionszahlen machen es noch schwieriger, das Risiko einzuschätzen. "Wenn wir die Planung unserer Veranstaltungen vorantreiben, werden wir Auflagen und Vorschriften erfüllen können, werden sie genehmigt, und wenn ja - kommen trotzdem genügend Gäste und kann eine gewohnt ausgelassene und heitere Stimmung im Saal aufkommen", brachte es Präsidentin Selina Dauer auf den Punkt.

Lohne es sich unter diesen Umständen für Showtanzgruppen und Garden, zu trainieren und neue Tänze einzustudieren, für Büttenredner, eine Bütt zu schreiben, für närrische Akteure, einen oder mehrere Sketche vorzubereiten, wenn die Organisatoren irgendwann sagen müssen, "eure Mühe war umsonst, die Veranstaltungen finden nicht statt". Sollten sich die Karnevalisten stattdessen Gedanken zu alternativen Veranstaltungsformen im kleineren Rahmen oder im Freien machen?

Platzverhältnisse im Blick

Der Landesverband Thüringer Karnevalvereine (LTK) ermuntere seine Mitglieder, dass alle Gedanken und jede Bemühung in diesen schwierigen Zeiten zählen und besser seien als Absagen, wurde in Jüchsen betont. Dennoch: Mit schweren Herzen und sicher nicht leicht gemacht haben es sich der Mendhäuser Karnevalsverein, der Berkacher Carnevals Club und der Wölfershäuser Karnevalsverein: Diese drei Vereine haben bereits eine Entscheidung getroffen und ihre Veranstaltungen der anstehenden Session 2020/21 abgesagt.

Zu den Gründen des Verzichts zählen die mangelnden Platzverhältnisse in den Sälen beziehungsweise Kultur- und Gemeindehäusern, um Abstandsregeln bei Mitgliedern und dem Publikum wie gefordert einhalten und dennoch eine größere Zahl an Gästen begrüßen zu können, um dem wirtschaftlichen Aspekt Rechnung zu tragen. Vom erhöhten Bedarf an Personal und Ordnungskräften sowie notwendigen Desinfektionsmitteln samt den daraus entstehenden Mehrkosten mal ganz abgesehen. "Die Einwohner wissen, dass wir was machen wollen, aber unter den gegebenen Umständen und mit den Corona-Auflagen nicht dürfen oder können." Die Wölfershäuser Karnevalisten überlegen aber bereits, ihr 30-jähriges Jubiläum, welches in der kommenden Saison hätte gebührend gefeiert werden sollen, im Sommer nächsten Jahres nachzuholen.

Ein weiteres närrisches Jubiläum, nämlich 66 Jahre RKG, wollte die Römhilder Karnevalsgesellschaft Ende November mit befreundeten Vereinen feiern. Dazu kommt es ebenfalls nicht, die Veranstaltung wird nicht stattfinden. House-Fasching und Tanzveranstaltungen wie auch der Kostümball am Hauptkarnevals-Wochenende im Februar 2021 müssen ebenso abgesagt werden. Ob und wie der Umzug und möglicherweise die Büttenabende umgesetzt werden können, bleibt jedoch weiterhin offen. "Es wird mit einigen Ideen gespielt", so die Römhilder Vereinsvertreter.

Vorerst auf Zeit spielen

Der Auftakt mit symbolischer Schlüsselübergabe vom Bürgermeister in die Narrenhand der fünf Karnevalsvereine der Stadt Römhild soll im Freien stattfinden, allerdings müssen das wann und vor allem das wie noch abgesprochen werden.

Der Jüchsener Karnevalsclub spielt dagegen auf Zeit. Hier werden die Veranstaltungen inklusive des alljährlichen Lichtmess-Umzuges momentan weiter geplant und vorbereitet, wie sonst auch, eine Band zur musikalischen Umrahmung steht ebenfalls in den Startlöchern. "Selbst eine geplante und genehmigte Veranstaltung kann man im Notfall auch noch kurzfristig absagen", lassen die Jüchsener Vereinsvertreter verlauten. Allerdings ist bereits klar, dass es keinen "Damen- und Herrenabend" 2021 geben wird, da hier Abstände und sonstige Vorgaben eines Konzeptes einfach nicht einzuhalten sind.

Weiterhin lassen sich der Hainaer Karneval Verein, der Gleichamberger Karnevalsverein, der Milzer Carnevalsverein, der Bibraer Karnevalsverein und der Behrunger Carnevalsverein zum jetzigen Zeitpunkt noch alle Möglichkeiten offen und vertagen vorerst eine Entscheidung, obwohl man sich auch hier beispielsweise einen Büttenabend zurzeit unter den gegebenen Umständen nur schwer vorstellen kann. Die meisten Karnevals-Gruppen trainieren und proben bereits wieder und tun dies auch weiterhin, allerdings keine neuen Tänze. Auf die Anschaffung neuer Kostüme und Kulissen wird in Vorbereitung der Saison 2020/21 jedoch verzichtet.

Fazit: Es schwingt also bei den Karnevalisten im Grabfeld immer noch ein Hauch von Optimismus mit, aber auch eine große Portion Respekt vor den Herausforderungen. Die Ungewissheit spielt indes die größte Rolle bei den aktuell laufenden Vorbereitungen für die kommende Session. Wenn alle Stricke reißen, sollten die Narren aber an ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe denken: "Der Karneval ist ein Fest, das dem Volke eigentlich nicht gegeben wird, sondern das sich das Volk selbst gibt."

 Text: Selina Dauer